Newcomer-Class und anschließende punktuelle  Förderung in Kleingruppen

Unsere Josefschule wird von vielen Kindern besucht, deren Muttersprache nicht Deutsch, sondern eine andere Sprache ist (z.B. Türkisch, Arabisch, Polnisch, Italienisch). Dabei gibt es große Unterschiede bezüglich des Lernstandes und der Lernausgangslage der einzelnen Kinder. Während einige Kinder mit der deutschen Sprache groß geworden sind und diese sicher beherrschen, gibt es auch eine hohe Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die beim Gebrauch der deutschen Sprache immer wieder auf Grenzen stoßen und daher auf Unterstützung angewiesen sind. Insbesondere gilt dies natürlich für Kinder, die erst vor  kurzer Zeit mit ihren Familien nach Deutschland gekommen sind und daher keine oder nur geringe Erfahrungen im Umgang mit der für sie unbekannten Sprache sammeln konnten.

Diese Kinder werden täglich mindestens zwei Schulstunden in der sogenannten Newcomer-Class gemeinsam im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) unterrichtet.

Die Seiteneinsteiger werden also jeden Tag in zwei Klassen unterrichtet. So lernen sie in den ersten zwei Schulstunden in der Regelklasse Rituale und Regeln des Schulalltags kennen, Arbeiten mit ihrem Arbeitsplan und knüpfen darüber hinaus erste Freundschaften. Anschließend steht in der Newcomer-Class das Erlernen der deutschen Sprache im Vordergrund.

Die Newcomer-Class besteht zurzeit aus zwölf Kindern und findet als Block regelmäßig in der dritten und vierten Schulstunde statt, wobei jedoch darauf geachtet wird, dass die betroffenen Kinder besondere Ereignisse, wie zum Beispiel Ausflüge, und wichtigen Fachunterricht, z.B. Englisch, in der Regelklasse nicht verpassen.

 

Lernen mit dem Arbeitsplan:

Entsprechend dem Unterrichtskonzept unserer Schule arbeiten auch die Kinder mit geringen Deutschkenntnissen mit Arbeitsplänen. Mit Hilfe dieser Arbeitspläne können diese Schülerinnen und Schüler in ihrer Regelklasse während der SEGEL-Stunden ebenso wie ihre Mitschüler selbstständig arbeiten.  

Zu jedem dieser besonderen Pläne gehört eine entsprechende Arbeitsmappe, welche von den Kindern stets im Tornister mitgeführt wird. Die Bearbeitung des Arbeitsplans erfolgt während der SEGEL-Stunden in der Regelklasse und in der Hausaufgabenzeit. Einige Aufgaben, bei denen spezielle Lernspiele nötig sind, werden ausschließlich im Unterricht der Newcomer-Class bearbeitet. Dort findet auch die Einführung neuer Lernwörter oder  Lernmaterialien statt.

 

Sprachhelfersystem:

Um den Kindern während des Unterrichts in der Newcomer-Class so oft wie möglich ein Sprachvorbild bieten zu können, besuchen einige Schülerinnen oder Schüler des vierten Jahrgangs hin und wieder den Unterricht in der Newcomer Class. Die Sprachhelferkinder haben die Aufgabe, mit den Kindern bestimmte Sprachlernspiele zu spielen. Brettspiele, Dominos, Memorys und Quartetts zu bestimmten Themengebieten können hierbei effektiv eingesetzt werden. Durch das spielerische herantasten an die neue Sprache fällt den Kindern das Lernen der fremden Sprache leichter und die Motivation wird gesteigert.

Aber auch das soziale lernen aller Beteiligten steht hierbei im Mittelpunkt.

 

Punktuelle Förderung in Kleingruppen nach der Newcomer-Class:

Unser Ziel ist, die Kinder möglichst schnell aus der Newcomer-Class zu entlassen, sodass die weitere Beschulung ausschließlich in der Regelklasse stattfinden kann. Dies ist der Fall, wenn sie dem Unterricht dort auf Deutsch folgen können.

Aber auch nach der Beschulung in der Newcomer-Class werden die Kinder in einzelnen Stunden so oft wie möglich außerhalb des Klassenverbandes individuell im Bereich Deutsch unterstützt. Das bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler bei einer Lehrperson oder bei einer ehrenamtlichen Helferin oder einem Helfer in Kleingruppen mit nicht mehr als drei Kindern in der deutschen Sprache gefördert werden. Glücklicherweise gibt es an unserer Grundschule viele ehemalige Kolleginnen, Eltern oder weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, sie sich in diesem Bereich verlässlich engagieren. Einige dieser Helferinnen und Helfer weiten vereinzelt ihre ehrenamtliche Tätigkeit in den Nachmittag aus und betreuen die Familien im alltäglichen Leben. Zusätzlich zur Sprachförderung morgens bekommen einige Kinder am Nachmittag weitere Nachhilfe durch so genannte Scouts. Das sind Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe, die mit den Kindern Unterrichtsinhalte wiederholen und sie bei der Vorbereitung auf Tests und Klassenarbeiten unterstützen.